2018-07-05 Jörg Krüger

Kriminelle Handlungen

Schon in dem Artikel „Mein Kind wird in der Schule gemobbt – Was sind die Folgen und wie soll ich damit umgehen?“ vom August 2017 wird erwähnt, dass viele Schülerinnen und Schüler in Deutschland gemobbt werden. Man spricht sogar von körperlicher und seelischer Misshandlung. Ein etwas aktuellerer Fall verdeutlicht uns eine noch drastischere Sichtweise: Im Januar hat ein 15-Jähriger Schüler an einer öffentlichen Schule in Lünen seinen Mitschüler auf dem Schulflur mit einem Messer angegriffen. Der 14-Jährige Leon starb an seinen Wunden. Nach diesem tragischen Vorfall wurden viele Lehrer und Eltern sowie auch Politiker auf die Kriminalität an Schulen aufmerksam. Kurz darauf veröffentlichte das Landeskriminalamt in Düsseldorf, dass die Zahl der Straftaten an NRW-Schulen im letzten Jahr um 5% gestiegen ist. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Gewaltdelikte. Noch dazu berichten 30-40% deutscher Schulen über Mobbingvorfälle sogar gegen Lehrer.

Gründe dafür sind bisher nicht öffentlich bekannt, jedoch wird vermutet, dass sich das Anzeigeverhalten der Gesellschaft verändert und aufgrund medialer Aufmerksamkeit mehr Straftaten zur Anzeige gebracht werden. Schon eine fehlende Zugehörigkeit zu einer Gruppe kann für ausländische Schülerinnen und Schüler zu einem schlechten Wohlbefinden führen. Diese Gründe sind jedoch zu schwach, um einen so hohen Anstieg der Straftaten zu verschulden. Die Kölner Privatschule bezieht sich auf einen anderen Grund als Auslöser für die ansteigenden Gewaltdelikte an Schulen in NRW: Unkontrollierter Internetmissbrauch. Die Möglichkeiten der Internetnutzung an Schulen ist ein Schritt in das digitale Bildungswesen und optimiert Lernprozesse sowie die Lehre der Digitalisierung. Zusätzlich haben die Schülerinnen und Schüler durch ihre Privathandys die Möglichkeit der Liverecherche zu bestimmten Themen zu betreiben. Doch leider motivieren diese Methoden aufgrund der fehlenden medialen Aufklärung und ohne eine vernünftige Herangehensweise zum Missbrauch.

Die Hemmschwelle sinkt

Öffentliche Schulen bieten ein großes Aufkommen an – leider meist veralteten – Computern. Somit ermöglichen die Schulen ihren Schülerinnen und Schülern den fast unkontrollierbaren Zugang zur digitalen Welt, ohne sie auf eine verantwortungsvolle Nutzung vorzubereiten. Zwar sind die meisten Schulnetzwerke mit Firewalls ausgestattet, diese sind für die Digital Natives, die Schülerinnen und Schülern, die mit dem Gebrauch von digitalen Medien aufgewachsen sind, leicht zu umgehen und grenzen längst nicht die gesamten Möglichkeiten des Missbrauchs ein. Noch dazu sind diese Firewalls sehr nervig, da sie auch viele gebräuchliche Websites sperren. Bekommt man also die Möglichkeit sich innerhalb einer Doppelstunde zu Recherchezwecken frei in einem Computerraum aufzuhalten, steigt die Motivation sich mit seinen Mitschülern auf verbotenen Plattformen zu bewegen oder sich auf Videorecherche zu machen. Gleichermaßen werden Mitschüler bei Portalen wie Instagram markiert oder Schulsituationen über Snapchat an die gesamte Schule verschickt. Diese unkontrollierten Möglichkeiten des Missbrauchs von Internetrecherchen und der Veröffentlichung von Schulsituationen können bei den Schülerinnen und Schülern auch zu Gewaltmotiven führen. Wir von der KPS sind davon überzeugt, dass der unkontrollierte Gebrauch von Privathandys und die freie Möglichkeit der Internetnutzung in der Schulumgebung und im schulischen Bildungsbereich zunehmend zum Missbrauch motivieren.

Daher haben wir unser Schulkonzept darauf aufgebaut, die Motive von Gewaltdelikten frühzeitig aus der Welt zu schaffen und es somit nie zu solchen Straftaten kommen zu lassen!

Prävention

Neben genereller Anti-Gewalt-Maßnahmen von öffentlichen Schulen, wie beispielsweise Aufklärungstage mit der Polizei und vereinzelte Gespräche mit Vertrauenslehrern oder Schulpsychologen, möchten wir unsere Schülerinnen und Schüler direkt kennenlernen und bei ihrem Schulalltag begleiten. Dadurch werden Wünsche, Probleme und Ängste frühzeitig erkannt und können sofort aus der Welt geschaffen werden. In unseren kleinen Klassenverbänden bekommen unsere Schülerinnen und Schüler viel individuelle Aufmerksamkeit und werden optimal in der Klasse integriert. Man konzentriert sich auch die verschiedenen Stärken, die eine solche Klasse hervorbringen kann. Das hat schon in der Vergangenheit dazu geführt, dass aus Klassen ganze Teams werden, die sich gegenseitig in ihren jeweiligen Stärken ergänzt haben.

In diesen Klassenverbänden nehmen wir starken Bezug auf einen klaren Wertekompass, der von unserem qualifizierten Schulpersonal ununterbrochen vermittelt wird. Dabei werden Werte wie Gemeinschaft, Ehrlichkeit und Respekt gefördert.

Um spezifisch dem von uns identifizierten Problem des unkontrollierten Internetmissbrauchs entgegenzuwirken, hat sich unsere Schule dazu entschlossen den Gebrauch von Privathandys und Schulcomputern einzugrenzen. Handys werden zu Beginn des Schulunterrichts eingesammelt, um nicht vom Unterrichtsinhalt und vom Teamgefühl abzulenken. Um trotzdem die Vorteile des digitalen Bildungswesens zu nutzen, erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Auswahl an pads, die während des Unterrichts unter Beaufsichtigung des Lehrpersonals genutzt werden können. Dadurch haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeiten zur Liverecherche oder zur visuellen Veranschaulichung von Unterrichtsinhalten. Zusammen mit dem gesamten Klassenverband wird auf die Grenzen und Risiken der Internetnutzung hingewiesen und auf eine gewissenhafte Eigennutzung vorbereitet. Diese umfangreiche mediale Aufklärung und die verantwortungsbewusste Förderung digitaler Medien führen zu einem ausgeglichenen Teamgefühl innerhalb der gesamten Schule.

Werdet Teil von unserem Team!